Seit August 2023 dürfen T8-Leuchtstoffröhren in der EU nicht mehr neu in Verkehr gebracht werden. Restbestände dürfen aufgebraucht werden, und genau das passiert gerade: In Kellern, Werkstätten und Garagen brennen die letzten Vorräte herunter, und beim nächsten Ausfall steht die Frage im Raum, was jetzt in die Fassung kommt.

Die Antwort lautet LED-Röhre. Wie aufwendig das wird, entscheidet sich an einem Bauteil, das die meisten Leute noch nie bewusst angeschaut haben.

Der Test dauert zwei Minuten

Schalten Sie die Leuchte aus, drehen Sie die alte Röhre um neunzig Grad und nehmen Sie sie heraus. Schauen Sie dann auf die Abdeckung darunter.

Finden Sie dort einen kleinen zylindrischen Einsatz, meist grau oder weiß, der sich durch eine Vierteldrehung entnehmen lässt, dann haben Sie einen Starter. Das bedeutet: konventionelles Vorschaltgerät, abgekürzt KVG, oder die verlustarme Variante VVG. Für den Umbau werden beide gleich behandelt.

Ist kein Starter zu finden, sitzt in der Leuchte ein elektronisches Vorschaltgerät, kurz EVG. Das ist der aufwendigere Fall.

Es gibt einen zweiten Test, wenn die Röhre noch funktioniert. Halten Sie die Kamera Ihres Handys auf die brennende Leuchte. Flimmert das Bild sichtbar in Streifen, arbeitet ein KVG mit Netzfrequenz. Bleibt das Bild ruhig, ist es ein EVG, das mit deutlich höherer Frequenz taktet. Warum dieses Flimmern auch dort relevant ist, wo man es nicht sieht, steht im Beitrag zu Flicker und PWM.

Der einfache Fall: Leuchte mit Starter

Hier ist der Wechsel tatsächlich das, was die Verpackung verspricht. Sie kaufen eine LED-Röhre für KVG-Betrieb, meist als Retrofit bezeichnet, und im Karton liegt ein zweites Teil bei: ein Dummy-Starter, oft LED-Starter genannt.

Der alte Starter kommt heraus, der Dummy hinein. Er sieht aus wie ein Starter, enthält aber keine Glimmlampe, sondern nur eine Brücke oder eine Sicherung. Er schließt den Stromkreis dauerhaft, statt ihn wie das Original kurz zu unterbrechen und damit die Zündspannung zu erzeugen, die eine LED-Röhre weder braucht noch verträgt.

Danach die LED-Röhre einsetzen, einschalten, fertig. Das alte Vorschaltgerät bleibt drin und wirkt nur noch als Vorwiderstand. Es zieht dabei weiterhin ein paar Watt, was ein Teil der theoretischen Ersparnis wieder auffrisst, aber es macht nichts kaputt.

Ein Punkt zur Vorsicht: Ältere KVG-Leuchten haben oft einen Kompensationskondensator, der nach dem Ausschalten noch geladen sein kann. Die Restspannung liegt unter 100 Volt, ist aber im feuchten Keller oder bei ungünstiger Berührung unangenehm bis gefährlich. Vor dem Öffnen also nicht nur den Schalter umlegen, sondern die Sicherung herausnehmen.

Der aufwendige Fall: Leuchte mit EVG

Hier gibt es zwei Wege, und beide haben einen Haken.

LED-Röhre für EVG-Betrieb. Es gibt Röhren, die mit einem elektronischen Vorschaltgerät zusammenarbeiten, also einen echten Eins-zu-eins-Tausch erlauben. Das Problem ist die Kompatibilität: Die Hersteller führen Listen, welche EVG-Typen unterstützt werden, und diese Listen sind kürzer, als man hofft. Steht Ihr Gerät nicht darauf, kann das Ergebnis Flackern sein, verkürzte Lebensdauer oder ein Ausfall nach Wochen.

Umverdrahten. Das EVG wird ausgebaut oder überbrückt, und die Netzspannung geht direkt auf die Fassung. Danach läuft jede normale LED-Röhre. Das ist die dauerhaft saubere Lösung und zugleich der Punkt, an dem es keine Heimwerkerarbeit mehr ist: Nach Paragraf 13 der Niederspannungsanschlussverordnung dürfen Änderungen an der festen 230-Volt-Installation nur konzessionierte Elektrofachbetriebe vornehmen.

Wer umverdrahten lässt, sollte darauf bestehen, dass die Leuchte danach gekennzeichnet wird. Ein Aufkleber am Gehäuse, dass das Vorschaltgerät entfernt wurde und nur noch LED-Röhren eingesetzt werden dürfen, verhindert den Fall, dass Jahre später jemand eine gewöhnliche Leuchtstoffröhre einsetzt und sie sofort zerstört.

Was es tatsächlich spart

Eine 58-Watt-Leuchtstoffröhre zieht mitsamt Vorschaltgerät rund 73 Watt. Die entsprechende LED-Röhre liegt bei 22 bis 25 Watt, also etwa 65 Prozent weniger.

In Geld gerechnet, für eine Werkstattleuchte mit zwei Röhren bei drei Betriebsstunden am Tag und 35 Cent je Kilowattstunde: rund 55 Euro im Jahr vorher, etwa 17 Euro danach. Die Differenz von ungefähr 38 Euro pro Leuchte und Jahr entscheidet, ob sich die Umrüstung lohnt.

Bei einer einzelnen Kellerleuchte, die zehn Minuten am Tag brennt, lohnt sie sich nicht, jedenfalls nicht über den Strompreis. Bei acht Leuchten in einer Werkstatt amortisiert sich sogar der Elektrikertermin.

Dazu kommt die Lebensdauer. Leuchtstoffröhren halten 8.000 bis 12.000 Betriebsstunden, LED-Röhren 30.000 bis 50.000. Das dritte Argument ist die Entsorgung: Leuchtstoffröhren enthalten Quecksilber und gehören in den Sondermüll, LED-Röhren nicht.

Was gern vergessen wird

Die Lichtfarbe. Alte Röhren sind oft in 4000 Kelvin oder in einem heute unüblichen Ton wie 3800 Kelvin ausgeführt. Wer nur eine von vier Röhren ersetzt, hat anschließend einen sichtbaren Farbunterschied im Raum. Entweder alle auf einmal tauschen oder die Farbtemperatur der Bestandsröhren bewusst treffen.

Die Abstrahlung. Eine Leuchtstoffröhre leuchtet rundum, eine LED-Röhre nur in einem Winkel von etwa 120 bis 180 Grad. In Leuchten mit Reflektor macht das wenig aus, in solchen mit milchiger Wanne kann das Ergebnis dunkler wirken, obwohl die Lumenzahl stimmt. Drehbare Röhrenendkappen helfen dabei, die Abstrahlrichtung nachträglich auszurichten.

Der Schutzleiter. Bei einigen einseitig gespeisten LED-Röhren muss das Leuchtengehäuse geerdet sein, damit das Zündverhalten stimmt. In alten Blechwannen ohne Schutzleiter ist das nicht gegeben.

Die kurze Entscheidungshilfe

Starter vorhanden, wenige Leuchten, gelegentlicher Betrieb: Retrofit-Röhre mit Dummy-Starter, selbst gemacht, Sicherung vorher raus.

Kein Starter, einzelne Leuchte: Röhre für EVG-Betrieb, aber vorher in die Kompatibilitätsliste des Herstellers schauen. Steht das Gerät nicht drin, lieber die ganze Leuchte tauschen.

Viele Leuchten, langer täglicher Betrieb: umverdrahten lassen und die Leuchten kennzeichnen. Über die Betriebsstunden trägt sich das.


Quellen: dein-elektriker-info.de, "Leuchtstoffröhre durch LED ersetzen" (abgerufen 09/2026), zum Verbot des Inverkehrbringens von T8-Röhren seit August 2023, zum Verbrauch von 73 Watt gegenüber 22 bis 25 Watt, zur Ersparnis von rund 65 Prozent und etwa 38 Euro je Leuchte und Jahr, zu Lebensdauern von 8.000 bis 12.000 gegenüber 30.000 bis 50.000 Stunden, zur Quecksilberentsorgung, zu Paragraf 13 der Niederspannungsanschlussverordnung und zur Restladung in Kompensationskondensatoren; led-centrum.de, "T8 Leuchtstoffröhre in LED Röhren tauschen" (abgerufen 09/2026), zum Starter-Test, zum Kameratest zur Unterscheidung von KVG und EVG und zur Notwendigkeit herstellerseitiger Kompatibilitätslisten bei EVG-Betrieb; BeleuchtungDirekt, "Wie ersetze ich meine T8-Röhre mit konventionellem Vorschaltgerät durch LED" (abgerufen 09/2026), zum mitgelieferten Dummy-Starter und zur Gleichbehandlung von KVG und VVG.