Weihnachtsbeleuchtung und Strom: Die alte Lichterkette kostet das Zehnfache

Im September über Weihnachtsbeleuchtung zu schreiben, hat einen praktischen Grund: Wer im November merkt, dass die alte Kette zu viel zieht, kauft unter Zeitdruck. Und die Entscheidung, ob die Kette aus dem Keller noch einmal hochkommt oder nicht, lässt sich mit zwei Zahlen beantworten.
Moderne LED-Lichterketten benötigen drei bis zehn Watt. Ältere Modelle mit kleinen Glühbirnchen liegen bei 30 bis 50 Watt. Der Unterschied beträgt bis zu 90 Prozent.
Was das in Euro bedeutet
Die Verbraucherzentrale rechnet es an einem konkreten Beispiel vor. Eine LED-Kette mit 8 Watt, vier Wochen lang täglich zwölf Stunden in Betrieb, kostet bei einem Strompreis von 53,3 Cent je Kilowattstunde 1,56 Euro. Dieselbe Kette in der Glühlampenversion mit 80 Watt kommt auf 15,56 Euro.
Ein zweites Rechenbeispiel mit anderen Annahmen, nämlich 5 Watt bei acht Stunden täglich und 40 Cent je Kilowattstunde, ergibt 48 Cent im Monat gegenüber 4,80 Euro bei einer 50-Watt-Kette.
Beide Rechnungen zeigen dasselbe Verhältnis, den Faktor zehn. Und beide zeigen etwas, das in der Diskussion oft untergeht: In absoluten Zahlen ist selbst die alte Kette kein Haushaltsposten, der weh tut. Fünfzehn Euro für eine Adventszeit ruinieren niemanden.
Interessant wird es erst bei der Menge. Ein Haus mit sechs Ketten, einem beleuchteten Baum, zwei Fensterbögen und einer Figur im Vorgarten liegt schnell bei 300 Watt in alter Technik. Dann sind es rund 58 Euro für die Saison statt sechs.
Die Zeitschaltuhr spart mehr als der Lampenwechsel
Hier liegt der eigentliche Hebel, und er wird meist übersehen, weil er nicht die Watt betrifft, sondern die Stunden.
In den Rechenbeispielen stehen zwölf Betriebsstunden am Tag. Das ist realistisch für eine Kette, die nachmittags eingeschaltet und morgens ausgeschaltet wird, weil niemand um Mitternacht daran denkt. Gesehen wird sie in dieser Zeit vielleicht vier Stunden lang, nämlich zwischen Einbruch der Dunkelheit und Schlafenszeit.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt deshalb Zeitschaltuhren oder smarte Steckdosen, damit Lichterketten nicht unbeabsichtigt die ganze Nacht durchlaufen. Von zwölf auf vier Stunden reduziert den Verbrauch um zwei Drittel, unabhängig davon, welche Technik in der Kette steckt.
Das ist der Punkt, an dem sich die Reihenfolge umdreht. Wer eine alte Kette mit Zeitschaltuhr betreibt, verbraucht weniger als jemand mit LED-Kette im Dauerbetrieb. Der Wechsel auf LED bringt Faktor zehn, die Zeitschaltuhr Faktor drei, und beides zusammen Faktor dreißig.
Für den Außenbereich lohnt zusätzlich ein Dämmerungsschalter, weil die Dunkelheit im Dezember um mehr als eine Stunde wandert und eine feste Uhrzeit entweder zu früh oder zu spät liegt.
Draußen entscheidet die Schutzart
Bei Außenbeleuchtung ist der Verbrauch das kleinere Thema. Das größere ist Wasser.
Mindestens IP44 sollte es für den Außenbereich sein, denn erst dann ist die Kette gegen Spritzwasser geschützt. Die erste Ziffer steht für Schutz gegen Fremdkörper, die zweite für Wasser. Die 4 an zweiter Stelle bedeutet: allseitiges Spritzwasser.
Wo IP44 nicht ausreicht:
Bodennah aufgestellte Figuren und Erdspieße. Dort steht Wasser, und Spritzwasserschutz deckt kein Stehen in einer Pfütze. Hier gehört IP65 oder höher hin.
Steckverbindungen. Die Kette selbst kann IP44 sein und die Kupplung zur Verlängerung offen. Verbindungen gehören in eine geschützte Box oder mindestens hängend, nicht liegend, damit Wasser abläuft statt sich zu sammeln.
Innenketten am gekippten Fenster. Der häufigste Fehler, weil die Kette formal drinnen hängt und trotzdem nass wird.
Ausführlich haben wir die Ziffern im Beitrag zu den IP-Schutzarten auseinandergenommen.
Was noch für LED spricht, jenseits des Stroms
Zwei Punkte, die in der Kostenrechnung nicht vorkommen und praktisch wichtiger sind.
Wärme. Eine Glühbirnchen-Kette gibt den größten Teil ihrer Energie als Wärme ab. In einem trockenen Nadelbaum ist das ein reales Risiko, und es ist der Grund, warum Brandschutzhinweise bei Weihnachtsbeleuchtung überhaupt existieren. LED bleibt handwarm.
Reihenschaltung. Alte Ketten sind oft in Reihe geschaltet: Fällt ein Lämpchen aus, ist die ganze Kette dunkel, und man sucht das defekte Birnchen. LED-Ketten sind meist parallel oder in kurzen Segmenten aufgebaut.
Dazu kommt die Lebensdauer, die den Kaufpreis relativiert. Eine LED-Kette, die zehn Saisons hält, ist auch bei doppeltem Anschaffungspreis günstiger als zwei ausgetauschte Glühlampenketten.
Worauf beim Kauf zu achten ist
Die Wattangabe, nicht die Lampenzahl. 200 LED sagt nichts über den Verbrauch, weil die Leistung pro LED stark schwankt. Auf der Packung oder am Netzteil steht die Gesamtleistung.
Warmweiß für Außenbereiche. Um 2700 Kelvin wirkt Weihnachtsbeleuchtung stimmig, kaltweiße Ketten um 6000 Kelvin sehen im Winter nach Baustelle aus. Wer beides mischt, sieht den Unterschied sofort. Was hinter der Kelvinangabe steckt, steht im Beitrag zur Farbtemperatur.
Trafo statt 230 Volt in der Kette. Niedervoltketten mit externem Netzteil sind draußen die sicherere Bauform, weil in der Kette selbst nur Kleinspannung liegt.
Keine dauerhafte Verlängerung über Trommeln. Aufgewickelte Kabeltrommeln unter Last werden warm. Bei den geringen Leistungen einer LED-Kette ist das unkritisch, bei 300 Watt alter Technik nicht.
Kurz zusammengefasst
Der Wechsel auf LED bringt Faktor zehn beim Verbrauch, das ist unbestritten und in absoluten Zahlen bei einer einzelnen Kette trotzdem klein. Wer wirklich sparen will, begrenzt zuerst die Betriebsstunden, denn das wirkt auf jede Kette gleich.
Und die Entscheidung, ob die alte Kette aus dem Keller noch einmal hochkommt, sollte nicht am Strompreis hängen, sondern an der Wärme im Baum und daran, ob die Isolierung nach zwanzig Jahren noch etwas taugt.
Quellen: Verbraucherzentrale, "Energiesparende Lichterketten: LEDs sind die beste Wahl" (verbraucherzentrale.de, abgerufen 09/2026), zu drei bis zehn Watt bei LED gegenüber 30 bis 50 Watt bei Glühbirnchen, zur Ersparnis von bis zu 90 Prozent, zum Rechenbeispiel mit 8 Watt über vier Wochen bei zwölf Stunden täglich und 53,3 Cent je Kilowattstunde mit dem Ergebnis 1,56 Euro gegenüber 15,56 Euro bei 80 Watt sowie zur Empfehlung von Zeitschaltuhren und smarten Steckdosen; ZDFheute, "Stromfresser Lichterkette? Wie man eine sparsame und sichere Weihnachtsbeleuchtung auswählt" (zdfheute.de, abgerufen 09/2026), zur Mindestschutzart IP44 im Außenbereich und zum Brandschutz; EnBW, "Stromverbrauch von LED-Lichterketten und -kerzen" (enbw.com, abgerufen 09/2026), zum Rechenbeispiel mit 5 Watt bei acht Stunden täglich und 40 Cent je Kilowattstunde mit dem Ergebnis 48 Cent gegenüber 4,80 Euro bei 50 Watt.


