Im August 2024 saß ich mit meinem Schwiegervater Karl in seinem Garten in Niederbayern. Karl ist 71 und kennt jeden Vogel im Umkreis von drei Kilometern beim Namen. An der Terrasse hat er eine alte Außenlampe, eine Kugel aus Milchglas mit einer 60-Watt-Glühbirne, die sein Sohn vor Jahren mit einer LED ersetzt hatte. Eine 6500-Kelvin-LED, weil die "schön hell" sei. Wir tranken sein Weißbier, und um die Lampe drehten sich in einem Trichter aus Faltern mindestens 40 Tiere. Großfalter, kleine Eulenfalter, ein gelber Schwalbenschwanz, eine einsame Grüne Eule. Karl sagte ohne hinzuschauen: "Die fliegen sich kaputt, die armen Viecher."

Am nächsten Morgen lag tatsächlich ein Friedhof unter der Lampe. Auf den hellen Pflastersteinen direkt unter der Glasschale, in einem Halbkreis mit etwa einem Meter Radius, lagen ungefähr 30 tote Insekten. Drei Großfalter, mehrere Käfer, viele kleine Falter, deren Flügel im Morgenwind langsam wegrutschten. Karl kam mit einem Besen, zuckte mit den Schultern. "Jede Nacht. Seit dieser neuen Lampe."

Wir haben das Wochenende drauf die Lampe getauscht. 2200 Kelvin, amber-warmweiß, Vollkapsel-Konstruktion, mit Bewegungsmelder. Im Sommer darauf zählte Karl pflichtbewusst (er ist Ingenieur und schreibt sich solche Dinge auf) im Schnitt vier Insekten pro Morgen unter der Lampe. Drei Viertel weniger. Eine kleine Statistik aus einem Garten in Niederbayern, aber sie deckt sich frappierend gut mit dem, was die internationale Forschungsliteratur seit etwa fünf Jahren belegt.

Dieser Artikel ist die lange Antwort darauf, wie man eine Gartenlampe so wählt, dass sie ihren Zweck erfüllt, ohne nachts einen Insektenfriedhof zu erzeugen. Wir schauen, was die Forschung weiß, welche physikalischen Eigenschaften eine Lampe insektenfreundlich machen, und wir gehen den deutschen Markt 2026 durch.

Die Größenordnung des Problems

In Deutschland existieren laut Bundesumweltministerium etwa neun Millionen Straßenlaternen, dazu geschätzt 90 Millionen private Außenleuchten. Eine viel zitierte Berechnung des Mainzer Zoologen Gerhard Eisenbeis und Klaus Eick aus den späten 2000er Jahren kommt auf eine konkrete Zahl: Allein in den Monaten Juli und September verenden in Deutschland geschätzt 100 Milliarden Insekten an Straßenbeleuchtungen. Die Studie wurde 2011 in Natur und Landschaft publiziert und hat den Aktionsplan Insektenschutz der Bundesregierung 2019 mit beeinflusst.

Eine zweite Studie hat das Bild präziser gemacht. Douglas Boyes, damals Doktorand an der Newcastle University, hat zwischen 2018 und 2021 entlang von 55 Straßenabschnitten in der englischen Themse-Region die Raupen-Population in Straßenrandbüschen und Hecken systematisch erhoben. Sein Befund: Wo LED-Straßenlaternen brennen, ist die Raupen-Abundanz in Hecken um 47 Prozent niedriger als an vergleichbaren unbeleuchteten Abschnitten, im Krautsaum am Boden um 33 Prozent. Die Studie erschien 2021 in Science Advances und war die erste, die einen direkten kausalen Zusammenhang zwischen Straßenbeleuchtung und Populationsdichte am Boden belegte, nicht nur das wirbelnde Bild um die Lampe. Tragischerweise verstarb Boyes wenige Monate nach Erscheinen mit nur 25 Jahren.

Boyes hat in einer ergänzenden Review-Arbeit fünf Mechanismen identifiziert, über die Licht Falter-Populationen reduziert: Anziehung und Erschöpfung an der Lichtquelle, Störung der Fortpflanzung (Falter orientieren sich nachts über Pheromonspuren, die das Licht überdeckt), Veränderung der Nahrungsaufnahme bei Raupen, Unterdrückung der Eiablage und erhöhte Beutewahrscheinlichkeit, weil Fledermäuse Falter an Lampen gezielt jagen. Im Vergleich zu Pestiziden, Lebensraumverlust und Klimawandel ist Licht laut Boyes wahrscheinlich kein Haupttreiber, aber ein gut korrigierbarer Faktor. Genau das ist der Punkt: Wir können wenig gegen das globale Insektizid-Volumen tun, wir können aber unsere Gartenlampe austauschen.

Was Licht für Insekten ist

Insekten orientieren sich nachts am Mond und an Sternen, also an Lichtquellen, die so weit weg sind, dass sie parallele Strahlen liefern. Ein Falter, der "rechts vom Mond" fliegt, fliegt geradeaus. Eine künstliche Lichtquelle dagegen produziert divergente Strahlen, ein Falter, der versucht "rechts von der Lampe" zu fliegen, beschreibt eine Spirale, die ihn näher und näher heranführt. Das ist die geometrische Erklärung für das wirbelnde Trichter-Verhalten, bekannt als Mach-Band-Hypothese.

Nicht jedes Licht wirkt aber gleich stark. Insektenaugen sehen anders als unsere. Die meisten Nachtfalter haben drei Photorezeptor-Typen mit Empfindlichkeitsmaxima bei etwa 360 Nanometer (UV), 440 Nanometer (Blau) und 540 Nanometer (Grün). Rotes Licht ab 600 Nanometer sehen sie kaum, gelbes nur schwach. Das ist der Grund, warum eine konventionelle Glühbirne (Schwerpunkt im Roten) deutlich weniger Insekten anzieht als eine kaltweiße LED mit einem massiven Blau-Peak bei 450 Nanometern. Eine Studie von Stephen Pawson et al. von 2014 (Ecological Applications) hat 14 Lampentypen verglichen und gefunden, dass kaltweiße LEDs (5000 bis 6500 Kelvin) etwa doppelt so viele Insekten anziehen wie warmweiße LEDs bei 2700 Kelvin. Longcore et al. kamen 2015 zu ähnlichen Ergebnissen, mit einem Zusatzbefund: Amber-LEDs bei 1800 bis 2200 Kelvin sind nochmal um rund 50 Prozent insektenfreundlicher als 2700-Kelvin-Warmweiß.

Daraus ergibt sich eine klare Empfehlungs-Hierarchie:

LichtquelleFarbtemperaturInsekten-Attraktion (relativ)NABU-Bewertung
Kaltweiße LED, Quecksilberdampf5000 bis 6500 K100 % (Referenz)Nicht empfohlen
Neutralweiße LED4000 K75 bis 80 %Eher meiden
Warmweiße Standard-LED2700 bis 3000 K40 bis 60 %Akzeptabel
Amber-LED / Extra-warmweiß1800 bis 2200 K15 bis 25 %Empfohlen
PC-Amber-LED (590 nm)ca. 1900 Kunter 10 %Optimal, selten verfügbar
Diese Werte sind keine harte Norm, sondern Mittelwerte aus mehreren Lockfallen-Studien (Eisenbeis 2011, Pawson 2014, Longcore 2015, Wakefield 2018). Schwärmer und Eulenfalter reagieren stärker auf UV-Komponenten als Spanner.

Die zwei vergessenen Faktoren: Lichtkapsel und Lichtrichtung

Farbtemperatur ist nur die halbe Wahrheit. Ebenso wichtig, im Marketing aber oft ignoriert, ist die Bauform. Eine Kugelleuchte mit Milchglas strahlt in alle Richtungen ab, einschließlich nach oben in den Himmel. Studien zeigen, dass Straßenlaternen Falter aus einem Bereich mit bis zu 50 Metern Durchmesser anziehen.

Eine insektenfreundliche Lampe sollte nach NABU-Richtlinien (Stand 2023, aktualisiert 2025) drei Eigenschaften haben:

Lichtkapsel zu allen Seiten geschlossen. Insekten, die trotz Anziehung die Lampe erreichen, sollen nicht ins Gehäuse eindringen und dort verbrennen oder verhungern. Das fordert eine IP-Schutzklasse von mindestens IP54, besser IP65 oder IP67. Details zu IP-Klassen im Beitrag zu IP-Schutzarten erklärt.

Light Output Ratio Upward (ULOR) unter 1 Prozent. Das ist die Kenngröße für den Lichtanteil, der über die Horizontale nach oben abstrahlt. Insektenfreundliche Leuchten haben einen ULOR nahe null, was sie zu Full-Cut-Off-Leuchten macht. Die International Dark-Sky Association zertifiziert solche Leuchten unter dem Label "Dark Sky Approved". Trilux hat mehrere Modelle (Lumega IQ, ConStela, Cuvia) mit dieser Zertifizierung.

Maximale Oberflächentemperatur unter 60 Grad Celsius. Wird das Gehäuse heißer, verbrennen berührende Insekten durch den Kontakt. Trilux nennt für die Lumega-IQ-Serie eine maximale Gehäusetemperatur von 50 Grad. Bei Halogen-Strahlern aus den 2000er Jahren waren 200 Grad keine Seltenheit, ein weiteres Argument für moderne LED-Technik mit der richtigen Bauform.

Was 2200 Kelvin in der Praxis aussieht

Wer noch nie eine 2200-Kelvin-Lampe gesehen hat, sollte das vor dem Kauf einmal ausprobieren. 2200 Kelvin ist deutlich gelblicher als die gewohnten 2700 oder 3000 Kelvin, vergleichbar mit einer Glühbirne kurz vor dem Durchbrennen oder einer Kerzenflamme. Auf manche wirkt das im ersten Moment trist, weil unsere Augen über Jahrzehnte an hellere Warmweißtöne gewöhnt wurden. Nach ein paar Abenden gewöhnt man sich.

Technisch ist 2200 Kelvin ein Kompromiss: eine konventionelle blau-emittierende LED mit einer dicken Phosphorschicht, die das Blaulicht in ein Spektrum konvertiert, das in Summe als 2200 Kelvin warmweiß erscheint. Ein kleiner Restanteil Blau bleibt. Eine echte 590-Nanometer-PC-Amber-LED (wie an Meeresschildkröten-Stränden in Florida verwendet) blockiert das Blau noch besser, ist im Endkundenmarkt aber rar. Albert Leuchten und spezialisierte US-Anbieter haben das im Programm, Preisbereich 200 bis 400 Euro pro Leuchte.

Bewegungsmelder: Der unterschätzte Game-Changer

Eine ökologisch optimal gewählte Lampe ist trotzdem ein Problem, wenn sie acht Stunden pro Nacht durchleuchtet. Im Boyes-Datensatz der Themse-Studie brannten die Lampen die ganze Nacht. Wenn dieselbe Lampe nur bei Anwesenheit eines Menschen für 60 bis 120 Sekunden leuchtet, sinkt die kumulative Insekten-Exposition um den Faktor 100 oder mehr.

Die NABU-Empfehlung von 2023 stuft den Bewegungsmelder als wichtigste Einzelmaßnahme für naturverträgliche Beleuchtung im Privathaushalt ein. Eine 2700-Kelvin-Standard-LED, die nur bei Bewegung anspringt, ist ökologisch deutlich besser als eine 2200-Kelvin-Lampe, die die ganze Nacht durchläuft. Wer beides kombiniert (amber-warmweiß, Bewegungsmelder, Vollkapsel), hat die Trias der insektenfreundlichen Gartenlampe. Details zum Einstellen im Beitrag zu Bewegungsmelder einstellen.

Marktüberblick 2026: Was lohnt sich zu kaufen

Der deutsche Markt für insektenfreundliche Außenbeleuchtung hat sich in den letzten drei Jahren stark verbreitert. 2023 war Paulmann mit der Plug-und-Shine-Serie noch fast Alleinanbieter im Endkundenbereich, mittlerweile sind Konkurrenten nachgezogen. Hier eine Übersicht der relevanten Modelle (Stand Frühjahr 2026):

ModellFarbtemperaturLumenSchutzklasseBewegungsmelderInsektenfreundlichPreis
Paulmann Plug und Shine Plate Pollerleuchte 947232200 K320 lmIP44Optional, ErweiterungsmodulJa, Hersteller-Auszeichnungca. 100 Euro
Paulmann Plug und Shine Sting Gartenstrahler 947292200 K3 x 350 lmIP67OptionalJa, Hersteller-Auszeichnungca. 230 Euro (3er-Set)
Paulmann Plug und Shine Floor Bodeneinbauleuchte 947172200 K3 x 200 lmIP67NeinJaca. 180 Euro
Paulmann Goldlicht Gartenstrahler 947312200 K320 lmIP65NeinJaca. 70 Euro
Steinel L 670 LED Sensor-Außenleuchte3000 K670 lmIP44Ja, integriertAkzeptabelca. 110 Euro
Steinel XLED Home 1 S3000 K1180 lmIP44Ja, integriertBedingt akzeptabelca. 80 Euro
BEGA 84461K3 Pollerleuchte LED3000 K580 lmIP65NeinAkzeptabelca. 590 Euro
BEGA 84395 Wandleuchte mit abgeschirmter Lichtaustrittsfläche3000 K380 lmIP65OptionalGut, durch Lichtlenkungca. 470 Euro
Trilux Lumega IQ 50N (Mastleuchte)2200 K oder 3000 Kbis 8500 lmIP66DALI-dimmbarJa, Dark-Sky-zertifiziertab 800 Euro
Albert Amber LED Pollerleuchte1800 K PC-Amber200 lmIP65NeinOptimalca. 280 Euro
Drei Beobachtungen.

Paulmann hat im Mittelpreissegment ein erstaunlich vollständiges insektenfreundliches Sortiment aufgebaut. Die Plug-und-Shine-Serie ist ein Niedervolt-Stecksystem mit 24 Volt SELV-Spannung (siehe Niedervolt-Gartenbeleuchtung) mit Pollerleuchten, Strahlern, Bodeneinbauleuchten und Wegmarkierungen im 2200-Kelvin-Bereich. Die Werbeaussage "insektenfreundlich" basiert auf der NABU-Empfehlung und ist seriös. Unter 100 Euro pro Stück, ein vernünftiger Garten kommt mit fünf bis acht Leuchten und einer Gesamtinvestition unter 800 Euro aus.

BEGA spielt in einer anderen Liga. Handwerklich hochwertig, hält Jahrzehnte, architektonisch markant. Allerdings setzt BEGA in den meisten Serien auf 3000 Kelvin und nur in Spezialserien auf 2200 Kelvin. Datenblatt vor dem Kauf prüfen. Vorteil ist die Lichtführung: Viele Modelle leuchten ausschließlich nach unten ab, ULOR praktisch null. Damit sind sie trotz 3000 Kelvin oft ökologisch besser als 2200-Kelvin-Modelle, die ungerichtet rundum strahlen.

Trilux ist im Garten-Endkundenmarkt selten direkt vertreten (primär Profi-Außenbeleuchtung für Kommunen), die Lumega-IQ-Serie ist aber ein Referenz-Produkt: alle drei Kriterien (Farbtemperatur, Vollkapsel, Lichtrichtung) auf optimalem Niveau, Dark-Sky-zertifiziert. München, Augsburg und Heidelberg haben Pilotprojekte mit der Serie. Wer ein größeres Privatgrundstück hat, kann über einen Trilux-Händler eine Lumega-IQ-Mastleuchte bestellen, die als einzelne Quelle einen ganzen Innenhof beleuchtet.

Im Niedrigpreissegment unter 30 Euro pro Lampe (Discounter, große Online-Plattformen) finden sich praktisch keine Modelle, die alle Kriterien erfüllen. Häufig fehlt die niedrige Farbtemperatur (oft 4000 Kelvin) oder die Vollkapsel-Bauform (viele Lampen haben Lichtleisten an der Oberseite mit ULOR von 5 bis 15 Prozent). Ein vermeintliches Schnäppchen kann ökologisch deutlich problematischer sein als der mittelpreisige Markenkauf.

Solar als Sonderfall

Solar-Gartenleuchten sind eine eigene Kategorie. Wir haben die saisonale Performance bereits im Solar-Gartenleuchten-Test behandelt: Solar funktioniert von Mai bis September, danach kapituliert die deutsche Sonne. Ökologisch grundsätzlich freundlich, weil keine Netzleistung gezogen wird, aber die meisten Solar-Pollerleuchten haben kaltweiße bis neutralweiße LEDs (4000 bis 6000 Kelvin), weil das im Datenblatt höhere Lumen-Zahlen erzeugt. Warmweiße Solar-Leuchten gibt es (Lutec, einige Eglo-Modelle), 2200 Kelvin in Solar-Form ist 2026 noch rar. Praxis-Empfehlung: Eher Bewegungsmelder-Solarstrahler (siehe Solar-Bewegungsmelder-Strahler) als dauerleuchtende Solar-Pollerlampen.

Warum das auch dich selbst betrifft

Die Frage der Lichtfarbe abends ist auch für uns Menschen biologisch relevant. Die circadiane Steuerung des Schlafhormons Melatonin reagiert besonders empfindlich auf Blaulicht zwischen 450 und 490 Nanometern, dem klassischen Peak einer kaltweißen LED. Wer abends unter einer 6500-Kelvin-Lampe sitzt, unterdrückt die eigene Melatonin-Produktion. Eine 2200-Kelvin-Gartenleuchte ist also nicht nur für Falter freundlich, sondern auch für die eigene innere Uhr. Mehr dazu im Beitrag zu Licht und innere Uhr.

Karl hat das im zweiten Sommer mit ingenieursmäßiger Akribie notiert: seit der Umstellung kommt er "abends weniger aufgekratzt" von der Terrasse. Anekdotisch, deckt sich aber mit dem, was Studien zur abendlichen Lichteinwirkung seit Jahren nahelegen.

Empfehlung nach Use-Case

Kleiner Stadtgarten, ein bis drei Lampen nötig. Paulmann Plug und Shine Plate Pollerleuchte (94723) oder die kleinere Goldlicht-Variante. Niedervolt, 2200 Kelvin, sicher in der Installation, unter 100 Euro. Für den Eingang zusätzlich einen Steinel L 670 mit integriertem Bewegungsmelder.

Größerer Garten, fünf bis zehn Lampen. Komplettsatz Paulmann Plug und Shine mit Trafo, Pollerleuchten plus Bodeneinbauleuchten an strategischen Stellen. Budget 700 bis 1200 Euro, alles steckbar, kein Elektriker nötig. Wer es designt haben will, kombiniert mit zwei BEGA-Solitärleuchten am Hauseingang.

Repräsentatives Grundstück, hoher Designanspruch. Eine Trilux Lumega IQ als Mast-Leuchte zentral, DALI-dimmbar auf Astronomik-Uhr programmiert (volle Leistung 21 bis 23 Uhr, danach auf 20 Prozent reduziert). Plus dezente BEGA-Bodenleuchten in 2200-Kelvin-Spezialserie. Budget ab 3000 Euro, dafür eine Anlage für 20 Jahre.

Reines Sicherheitslicht am Hauseingang. Steinel L 670 oder XLED Home 1 S, integrierter Bewegungsmelder, 3000 Kelvin (nicht optimal, aber durch die Bewegungssteuerung ökologisch akzeptabel). Reichweite des Melders auf den eigenen Vorgarten beschränken.

Was du nicht kaufen solltest. Keine Discounter-Solarpollerleuchten mit kaltweißer LED, keine Halogenstrahler-Restbestände, keine Milchglas-Kugelleuchten (egal mit welcher LED bestückt), keine RGB-Lampen mit blauer Stimmungsbeleuchtung. Ökologisch und meist auch energetisch die schlechtesten Optionen am Markt.

Ausblick

Drei Entwicklungen zeichnen sich ab. PC-Amber-LEDs (echte 1800 Kelvin, 590 Nanometer) werden in den nächsten zwei Jahren preislich ins Mittelpreissegment rutschen. Baden-Württemberg hat 2024 in einem Landesgesetz vorgegeben, dass alle kommunalen Straßenlaternen bis 2030 auf insektenfreundliche Beleuchtung umgestellt sein müssen, andere Bundesländer folgen. Und das Bewusstsein bei Endkunden steigt parallel zur allgemeinen Insektendebatte. Ein Garten, der ökologisch reflektiert beleuchtet ist, wird zur Selbstverständlichkeit, ähnlich wie heute ein insektenfreundlicher Blühstreifen.

Karl hat mir im Mai erzählt, dass sein Nachbar nach drei Sommern auch umgerüstet hat. "Hat zwei Jahre gedauert, bis er es gemerkt hat. Aber jetzt hat er die gleiche Lampe wie wir." Das ist die langsame, freundliche Wirkung einer guten Entscheidung im Garten. Nicht Politik, nicht Schlagzeile, sondern ein Beispiel, das in eine Straße ausstrahlt.

Quellen